Geigen der Hoffnung

Geigen der Hoffnung
Damit ihr Lied nie verklingt. Roman. Nach wahren Gegebenheiten. Mit 8-seitigem Bildteil.
Zusammengepfercht stehen die Menschen in verriegelten Waggons, die am Bahnsteig auf die Abfahrt warten. Es geht ins Verderben - das ahnen längst alle. Plötzlich hält ein Mann sein Instrument durch eine Luke nach draußen und ruft einem Passanten zu: "Nehmen Sie die Geige! Ich werde ohnehin nie mehr spielen." - Über 60 Geigen hat Amnon Weinstein im Lauf der Jahre aufgespürt und wieder zum Klingen gebracht. Diese "Violins of Hope" erinnern an das Leid der Opfer.
Bestellnummer: 835117
EAN: 9783863341176
Produktart: Buch
Veröffentlichungsdatum: 10/2016
Format: 14 x 22,5 cm
Einbandart: geb., Schutzumschlag
Seitenzahl: 224
Verlag: adeo Verlag
Autor/Interpret: Titus Müller, Christa Roth
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Kundenmeinungen 3 item(s)

Musik gegen die Grausamkeit
Als ich das erste Mal las, dass es in Konzentrationslagern Orchester gab, konnte ich das kaum glauben. Die Musik war dort einerseits Perversion, fröhliche Märsche begleiteten die Gefangenen zum Tor hinaus, es wurde bei Hinrichtungen gespielt und die Musiker mussten die SS unterhalten. Andererseits konnte sie Menschen neue Hoffnung geben und sicherte den Musikern das nackte Überleben.
Titus Müller erzählt die Geschichte der Brüder Stani und Marek. Gleich an ihrem ersten Tag in Dachau legt sich Marek mit einem SS-Offizier an. Dieser setzt es sich zum Ziel, ihn zu töten. Allerdings unterliegt auch die SS gewissen Regeln, einfach erschießen geht nicht, da muss Marek schon einen Fluchtversuch machen. Doch der "Löwe" weiß andere Wege, ihn kleinzukriegen. Der einzige Ausweg ist das Lagerorchester. Aber Mareks Geige wurde zerstört und besonders gut ist er im Vergleich zu den Musikern der großen Philharmonien auch nicht ...
Viele Jahre später beschließt der Geigenbauer Amnon Weinstein, jüdische Geigen, die in Gettos oder Konzentrationslagern gespielt wurden, zu reparieren und die Geschichte ihrer Besitzer aufzuschreiben. Über 60 Instrumente hat er inzwischen instand gesetzt. Diese werden in besonderen Konzerten gespielt und helfen so, dass Menschen nicht vergessen werden. Gleichzeitig sind sie ein Zeichen der Hoffnung, weil sie für die Überlebenden stehen.
Ein bewegendes Buch, das neben all der Grausamkeit auch die Menschlichkeit aufzeigt.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von ckleseratte / (Veröffentlicht am 01.06.2017)
KZ-Geigen gegen das Vergessen
Amnon Weinstein hat über 60 Geigen gesammelt. Es sind Geigen, die in KZ’s und Ghettos gespielt wurden, von Juden und anderen Häftlingen. Der Geigenbauer aus Tel Aviv hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Geigen zu restaurieren, um ihre Stimme nie verklingen zu lassen: Er organisiert Ausstellungen und Konzerte rund um den Globus, in denen diese „Geigen der Hoffnung“ - Violins of Hope - gespielt werden.

Diesen Part, Weinsteins Geschichte und die der Geigen, erzählt Christa Roth. Sie ist freiberufliche Journalistin und das merkt man auch dem Schreibstil dieser Abschnitte an. Das Ganze las sich interessant und informativ, aber mich verwirrten auch die Zeitsprünge darin.

Titus Müller hat dazu über den Häftling Marek geschrieben, der zusammen mit seinem Bruder ca. ein Jahr vor Kriegsende ins KZ Dachau transportiert wird. Die Grauen dort werden sehr ausdrucksstark, aber nicht zu ausufernd, geschildert. Es war für mich erschütternd von der Brutalität der SS Offiziere zu lesen, wie man mit den Häftlingen umging. Eigentlich wusste ich von all dem, habe ein KZ besichtigt, aber das Ganze wieder vor Augen geführt zu bekommen, ließ in mir den drängenden Wunsch aufkeimen, dass sich so etwas nie, nie wieder wiederholen möge!

In diese Dunkelheit schleicht sich auf vielerlei Weise die Musik hinein. Einerseits um die Häftlinge zu schikanieren, doch manch einen Gefangenen versetzt sie in die Vergangenheit, lässt sie die Gefangenschaft vergessen, die Elektrozäune gedanklich überwinden, Hoffnung und einen Funken Frieden spüren. Besonders diese Szenen fand ich sehr feinfühlig und authentisch beschrieben.

Im Angesicht des Todes mussten einige Juden ihr Instrument spielen, was dazu führte, dass sie es nach ihrer Freilassung (sofern sie das erleben durften) nie wieder anrührten. So landeten einige Geigen auf Weinsteins Werkbank, jede erzählt eine eigene Geschichte. Die Geschichte, die Titus Müller aufgeschrieben hat, beruht auf wahren Begebenheiten.

Ja, ich mochte es auch nicht glauben, dass es damals Orchester mit Häftlingen gab. Umso wichtiger, dass Titus Müller und Christa Roth sich dieser angenommen haben, sowohl den Häftlingen als auch den Geigen eine Stimme gegeben haben und gemeinsam mit Amnon Weinstein etwas gegen das Vergessen beitragen.

Am Ende des Buches befinden sich Fotos von Weinstein, den Geigen und Auftritten. Ich kann nur empfehlen, im Internet weiter über das Thema zu recherchieren.

Fazit: Ein interessantes, aber auch mitreißendes und erschütterndes Buch, das ich sicher nicht so schnell vergessen werde!
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Susanne Degenhardt / Smilla507 / (Veröffentlicht am 24.11.2016)
Eine traurige aber mutmachende Geschichte
„Geigen der Hoffnung“ ist ein aufwühlendes, trauriges, rührendes aber auch ein hoffnungsvolles Buch. Amnon Weinstein ist Geigenbauer in Tel Aviv, wie einst sein Vater. Dieser hatte in seiner Werkstatt viele Geigen von ehemaligen KZ-Häftlingen stehen. Doch lange Zeit wollte er nicht darüber reden. Als Amnons Vater starb, der sehr viele seiner Angehörigen in einem KZ verlor, machte er sich daran, die Geigen und ihre Geschichten zum Leben zu erwecken. Er fing an, diese Geigen zu restaurieren und bald kamen immer mehr dazu, Geschichten wurden erzählt. Amnon hatte die Idee, die Geigen wieder erklingen zu lassen. Und so sind einige seiner Geigen weltweit unterwegs um an die ehemaligen Besitzer zu erinnern, in Gedenkkonzerten gespielt und die Musik nicht verklingen zu lassen. Die Nazis hatten versucht, mit absurd fröhlicher Musik und eigenen Lagerorchestern, den Juden Musik in Verbindung mit den Gräultaten der Nazis zu bringen und diese Musik zu hassen zu lassen. Doch vielen gab diese Musik Kraft weiterzumachen. Im Bildteil gibt es einen kleinen Einblick auf diese Geigen und in die Werkstatt von Amnon Weinstein.

Parallel zu der Geschichte von Amnon Weinstein, welche von Christa Roth aufgeschrieben wurde, hat Titus Müller der Geschichte von Marek und seinem Bruder Stani Leben eingehaucht. Diese Erzählung beruht – wie im Nachwort beschrieben – auf wahren Tatsachen. Beide kommen aus dem Ghetto Lodz über Auschwitz in das KZ Dachau und sind dort den Nazis ausgeliefert. Diese wollen sie brechen, sehen sie nur noch als Nummern. Doch beide wollen überleben und kämpfen um den anderen. Immer wieder musste ich beim Lesen die Luft anhalten – kann man so etwas Menschen antun? Immer wieder denkt man, schlimmer könne es nicht kommen, doch es kann. Marek hat das Glück ins Lagerorchester zu kommen, so bekommt er etwas mehr essen. Aber um welchen Preis?

Dieses Buch kann man kaum aus der Hand legen, weil es so fesselt und man so sehr mitleidet. Vieles kennt man schon aus dem Fernsehen oder hat darüber gelesen, dennoch erschüttert es immer wieder. Dass die Nazi so sehr die Musik benutzten war mir gar nicht bewusst. Wie wunderbar ist es, dass Amnon Weinsteins Sohn seine Werkstatt später einmal übernehmen und so sein Werk fortsetzen wird.

Ein Buch, was jeder lesen sollte um diese Taten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und um ein ähnliches Szenarium in Zukunft sofort im Keim ersticken zu können. Ein Buch was lange nachhallen wird.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Simone / (Veröffentlicht am 24.11.2016)

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"Ihm war gar nicht bewusst gewesen, wie dringend sein Inneres Musik brauchte, welchen Hunger er danach verspürte. Es machte aus ihm, der stundenweise nur noch an Brot hatte denken können, wieder einen Menschen."

Ein Knirschen, Stahl auf Stahl. Waggons werden verriegelt. Die Brüder Marek und Stani ahnen: Der Transport geht ins Verderben. Doch Marek will die Hoffnung auf ein Überleben nicht aufgeben und klammert sich an seinen Geigenkasten ...

Über ein halbes Jahrhundert später beugt sich Amnon Weinstein über eine zerkratzte und verfärbte Geige. Mehr als 60 Streichinstrumente verfolgter Juden hat er wieder zum Klingen gebracht, er nennt sie "Violins of Hope". In den größten Konzertsälen der Welt werden sie heute gespielt.

Eine auf wahren Begebenheiten basierende Erzählung über die Kraft der Musik. Und die Geschichte eines außergewöhnlichen Geigenbauers, der alles daran setzt, dass die Opfer des Holocaust nicht vergessen werden.

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