Hinter dem Orangenhain

Hinter dem Orangenhain
Roman
Südafrika 1938-1968. Persomi ist ein tapferes, kluges Mädchen, das als Tochter einer weißen Familie in Südafrika in großer Armut aufwächst. Doch in der Schule macht ihr so schnell keiner etwas vor. Und so hofft sie, ihrer Herkunft eines Tages entfliehen zu können. Als Persomi in einem Prozess gegen den Mann aussagen muss, der behauptet, ihr Vater zu sein, fragt sie sich zum ersten Mal, ob das Gesetz auch für arme Menschen gilt. In ihr erwacht der Traum, Jura zu studieren ...
Bestellnummer: 331660
EAN: 9783868276602
Produktart: Buch
Veröffentlichungsdatum: 06/2017
Format: 13,5 x 21,5 cm
Einbandart: geb., Schutzumschlag
Seitenzahl: 608
Autor/Interpret: Irma Joubert
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Kundenmeinungen 3 item(s)

Das ist eine, die weiß, was sie tut
„Ich werde etwas aus meinem Leben machen. Ich werde später auch in einem richtigen Haus wohnen und gut kochen und die weichen Körper von meinen Kindern in einer warmen Badewanne mit einer gut riechenden Seife waschen. Ich werde mir später einen guten Beruf suchen und einen Mann heiraten, der gut für mich sorgen kann. Meine Kinder sollen niemals erfahren, wie es ist, wenn man Hunger hat, sie sollen keine Kleider der Armenfürsorge anziehen müssen, niemals für Gratisbücher anstehen müssen, und unter keinen Umständen auf einer kahlen Matratze unter einer dünnen, kribbeligen Decke schlafen müssen.“

Das große, dünne Beiwohnerkind Pérsomi Pieterse aus Bosveld, Südafrika, weiß bereits in sehr jungen Jahren ganz genau, was sie möchte. Und sie besitzt die Hartnäckigkeit, den notwendigen Ehrgeiz und eine große Intelligenz, um ihre hoch gesetzten Ziele zu erreichen. Aufgewachsen in bitterster Armut in einer ärmlichen Hütte ist sie bereits in sehr jungen Jahren gezwungen, vor Gericht gegen ihren Stiefvater auszusagen, der ihre kleine Schwester mehrfach vergewaltigt und geschwängert hat. Bereits zu diesem Zeitpunkt schwört sich Pérsomi, Rechtsanwältin zu werden und als Erwachsene dafür zu sorgen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird. Durch die jahrelange finanzielle Unterstützung ihres leiblichen Vaters, dessen Identität Pérsomis Mutter unter keinen Umständen preiszugeben bereit ist, erhält das zielstrebige kleine Mädchen die Möglichkeit, Schulbildung zu erfahren. Pérsomis Fleiß und ihre harte Arbeit machen sich bezahlt und als ausgezeichnete Schülerin kann sie bald mit den besten Noten der gesamten Schule aufweisen. Durch ein Stipendium eröffnet sich ihr schließlich auch die Möglichkeit, ihr Jurastudium zu absolvieren, das sie als Beste ihres gesamten Jahrgangs abschließt. Nach dem Praktikum in der Kanzlei von Bartel De Vos übernimmt die zielstrebige junge Anwältin einen aussichtslos erscheinenden Fall, der für große Unruhe sorgt und die Bewohner des Bosvelds in zwei Fronten teilt.

Irma Jouberts Neuerscheinung wartet mit stattlichen sechshundert Buchseiten auf und beeindruckte mich mit einer höchst interessanten Geschichte um das Leben in Südafrika Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Das Leben der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten wurde ebenso detailliert gezeichnet wie die politische Situation, man liest von den Auswirkungen des Einmarsches Deutschlands in Polen im Jahre 1939, vom japanischen Angriff auf Pearl Harbour und der darauffolgenden Vergeltungsaktion – dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Eine zentrale Rolle nimmt die Apartheidpolitik in Südafrika ein, die Irma Joubert geschickt mit der Geschichte der Protagonistin verwoben hat. Pérsomi setzt sich in ihrer Funktion als Anwältin für ihre in Bedrängnis geratenen indischen Freunde ein, übernimmt deren Rechtsvertretung und weicht trotz Widerstände in ihrem familiären Umfeld und im Freundeskreis keinen Millimeter von ihren Überzeugungen ab. Obgleich Pérsomi schulische und später auch berufliche Erfolge zu verzeichnen hat, erlebt sie in der Liebe einige Enttäuschungen.

Die Autorin hat mit Pérsomi Pieterse eine hervorragende Protagonistin erschaffen, die sie nicht nur ausgezeichnet dargestellt hat, sondern der sie zudem auch beeindruckende Nebenfiguren zur Seite stellt. Die gelungenen Charakterzeichnungen und der einnehmende Schreibstil Irma Jouberts sorgten dafür, mich regelrecht an das Buch zu fesseln und mich mit den handelnden Figuren zu identifizieren. Pérsomis Leben war niemals einfach, ihren langen und oftmals steinigen Weg zu ihrem beruflichen und privaten Glück empfand ich als vortrefflich dokumentiert. Einzig die für meinen Lesegeschmack zu starke Gewichtung auf politische Themen und dadurch entstandene Längen im Buch stellen einen winzigen Kritikpunkt meinerseits dar.

Fazit: Ich empfand den Roman „Hinter dem Orangenhain“ als höchst imposantes Leseerlebnis, das mich tief in seinen Bann gezogen hat und das ich sehr gerne weiterempfehle.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von LEXI / (Veröffentlicht am 27.12.2017)
Nicht ganz ausgewogen, aber dennoch unterhaltsam
Die Handlung beginnt im Jahre 1938, Pérsomi ist zu dem Zeitpunkt elf Jahre alt. Sie lebt gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern als Beiwohner auf einer Farm im südafrikanischen Bosveld. Es ist ein ärmliches Leben in einer Blechhütte, in der es kein fließendes Wasser, geschweige denn eine Toilette gibt. Pérsomi möchte diesem tristen Leben entfliehen. »Irgendwann wird der Tag kommen, an dem man sie nicht mehr wie den letzten Dreck behandeln wird.«

Ihre Antriebskraft ist ihr Ehrgeiz. Sie nimmt sich keine Zeit für Träume. Stattdessen lernt sie fleißig, bekommt Stipendien und kann später sogar studieren. Sie fühlt sich dazu berufen Rechtsanwältin zu werden, um für andere, ebenso schlecht behandelte Menschen, einzutreten.

Als Leser begleitet man Pérsomi über 30 Jahre hinweg, durchlebt mit ihr vom fernen Südafrika aus, was nun in unseren Geschichtsbüchern steht: Den zweiten Weltkrieg, die Antikriegsbewegung, die Isolierung der schwarzen, fremdländischen Bevölkerung, Nationalismus... Einzig »ihr Berg«, auf dem sie groß geworden ist, ist ein Ruhepol, der Ort, der für sie Heimat bedeutet.

Von allen vier bisher erschienen Büchern von Irma Joubert war dieses für mich am schwierigsten zu lesen. Bei den anderen drei konnte ich mich nach kurzer Zeit gut einlesen, bei diesem dauerte es ein wenig länger. Es fließen sehr viele geschichtliche und politische Fakten in die Handlung, gegen Ende auch juristische. Generell mag ich solche Hintergründe, doch es uferte für mich manchmal zu sehr aus. Viele Zeitsprünge führten dazu, dass ich immer eine gewisse Distanz zur Protagonistin empfand.

Ein Lichtblick war die Liebesgeschichte, die sich mit der Zeit entwickelte. In wen sich Pérsomi verliebt verrate ich nicht, denn zu Beginn kann man das nicht direkt erahnen. Aber auch hier muss Pérsomi einiges aushalten.

Die Romanfiguren haben alle ihre Ecken und Macken und die Autorin scheut sich nicht, die Charaktere mitsamt ihren Schwächen darzustellen. Pérsomis Mutter bspw. sagt meist nur »Du liebe Güte« und ist etwas wirr, hält aber eisern daran fest ihrer Tochter nicht zu verraten, wer ihr leiblicher Vater ist. Das macht das Buch zusätzlich geheimnisvoll...

Der Glaube an Gott ist mal stärker, mal schwächer vertreten. Während Pérsomis Schulzeit kommt durch eine gläubige Mitschülerin einiges zur Sprache, später sind es Kirchgänge oder sittsames Verhalten.

Nach 607 Seiten hatte ich nun nicht das Gefühl einen schlechten Roman gelesen zu haben, allerdings wären ein paar 100 Seiten weniger vielleicht ganz gut gewesen. Solide 4 Sterne!
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Susanne Degenhardt / Smilla507 / (Veröffentlicht am 14.07.2017)
Spannende Entwicklung eines Mädchens und eines Landes
Dieses Buch erzählt von einem armen südafrikanischen Mädchen, das in einer bewegenden Zeit zu einer Frau heranwächst.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1938, als Persomi 11 Jahre alt ist. Ihr älterer Bruder verlässt das gemeinsame Zuhause, um in der Stadt arbeiten zu gehen. Ohne ihn fühlt sich Persomi schutzlos und allein. Dazu offenbart ihr Bruder ihr, dass der Mann ihrer Mutter nicht ihr leiblicher Vater ist, was für Persomi eher eine positive Überraschung ist, denn dieser Mann ist gemein und gefährlich.
Persomi erlebt den nächtlichen Missbrauch ihrer Schwester mit, und durch die Aussage dieses kleinen Kindes muss ihr Stiefvater ins Gefängnis. Allmählich öffnet sich für Persomi eine neue Welt. Sie darf auf die weiterführende Schule gehen, und sogar dort wohnen. Endlich kann sie sich satt essen, und durch ihre guten Leistungen in der Schule und beim Sport wird der Abstand zwischen ihr und den wohlhabenderen Kindern immer geringer.
Das Buch beschreibt ihr Leben und Aufblühen im Laufe der nächsten 30 Jahre. Dabei erfährt der Leser auch sehr viel über die politischen Ereignisse und die Stimmung in Südafrika in der Mitte des letzten Jahrhunderts.
Der Leser wird auf eine fesselnde Reise mitgenommen. Trotz der Länge des Buchs, wollte ich schnell weiterlesen, da ich mich gut mit Persomi identifizieren konnte, und gerne wissen wollte wie es weitergeht. Da ich selbst schon oft in Südafrika war, fand ich es sehr interessant mehr über die Geschichte des Landes zu erfahren. Ein Schwerpunkt in diesem Buch ist die Entwicklung der Apartheid. Interessant war auch die Begründung der Apartheid-Anhänger, die meinten eine Rassentrennung wäre im Sinne Gottes. Persomi stand jedoch mutig und vorbildhaft zu ihren Überzeugungen, die ebenfalls ihrem Glauben entsprangen.
Eine ausführliche und spannende Erzählung, die Persomis Entwicklung von einem armen, ängstlichen Kind zu einer mutigen, selbstbewussten Frau erzählt. Dieses Buch wird besonders diejenigen interessieren, die mehr über die geschichtliche Entwicklung in Südafrika erfahren möchten.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Marianne / (Veröffentlicht am 05.07.2017)

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Beschreibung

Details

Südafrika 1938-1968 - Die kleine Persomi ist ein tapferes, kluges Mädchen, das als Tochter einer weißen Familie in Südafrika in großer Armut aufwächst. Doch in der Schule macht ihr so schnell keiner etwas vor und so hofft sie, ihrer Herkunft eines Tages entfliehen zu können.

Als Persomi in einem Prozess gegen den Mann aussagen muss, der behauptet, ihr Vater zu sein, stellt sich für sie zum ersten Mal die Frage, ob das Gesetz auch für arme Menschen gilt. In ihr erwacht der Traum, Jura zu studieren. Und sich für ein Land einzusetzen, in dem jeder die gleichen Chancen auf Gerechtigkeit hat. Doch wird sie diesen Traum verwirklichen können? Oder werden enttäuschte Hoffnungen, tragische Missverständnisse und ungeahnte Herausforderungen ihr die Flügel stutzen?

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