All die Jahre

All die Jahre
Eine lebenslange Sehnsucht und ein großes Wunder. Die wahre Geschichte einer Mutter, die niemals die Hoffnung aufgab.
Es ist fast achtzig Jahre her, seit sie ihre Tochter in fremde Hände geben musste. Geblieben war Minka all die Jahre nur ein Foto. Muss sie nun endgültig die Hoffnung auf ein Lebenszeichen begraben? Alles beginnt im Sommer 1928, als die 16-jährige Minka mit anderen Mädchen einen Ausflug unternimmt. Doch was dann geschieht, verändert ihr ganzes Leben. Unbemerkt von der Gruppe vergeht sich ein fremder Mann an ihr. Einige Zeit später stellt sich heraus, dass sie schwanger ist.
Bestellnummer: 817086
EAN: 9783957340863
Produktart: Buch
Veröffentlichungsdatum: 01/2016
Format: 13,5 x 21,5 cm
Einbandart: geb., Schutzumschlag
Seitenzahl: 376
Verlag: Gerth Medien
Autor/Interpret: Cathy LaGrow, Cindy Coloma
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DAS VERBRECHEN AM SEE
„Niemand wird jemals erfahren, was war. Du kannst dein Leben so weiterführen, als ob nichts gewesen wäre…“

Nachdem das junge Bauernmädchen Minka bei einem Nähausflug an den See von einem Fremden mit Cowboyhut vergewaltigt und damit brutal aus ihrer jungmädchenhaften Naivität gerissen wird, muss sie gemeinsam mit ihrer Familie eine schwere Entscheidung treffen. Voller Anteilnahme und Mitleid wird Minka von ihren Eltern und dem Pfarrer ihrer Gemeinde unterstützt. Sie findet im Evangelischen Haus der Barmherzigkeit nicht nur Aufnahme und fürsorgliche Zuwendung, sondern in deren Leiterin Bertha Bragstad auch eine gute Freundin. Im Bewusstsein, das Beste für ihr neugeborenes Kind zu tun, gibt sie es wenige Wochen nach der Geburt nach hartem inneren Ringen zur Adoption frei. Minkas Herz ist jedoch gebrochen, und sie trauert ihr ganzes Leben lang um ihre kleine Betty Jane. Trotz unzähliger Briefe erhält sie kaum Informationen über das Leben ihrer Tochter, ihre Gebete schließen das kleine Mädchen dennoch immerfort ein.

Bereits im Prolog dieses Buches wird offenkundig, dass Minka Disbrows Geschichte ein gutes Ende gefunden hat. Eine lebenslange Sehnsucht, die sich letztendlich nach so vielen Jahren im hohen Alter erfüllt hat, eine Suche, die endlich zu Ende war. Minka söhnte sich endlich mit ihrer Vergangenheit aus, als sie „ihr kleines Mädchen“ nach 77 Jahren zum ersten Mal in ihre Arme schließen durfte.

Ich muss gestehen, dass bereits das Coverfoto mich für dieses Buch eingenommen hat. Das in Schwarz-Weiß gehaltene Foto von Minkas gefalteten, von lebenslanger schwerer Arbeit gezeichneten Händen, die ihren kostbarsten Besitz, nämlich das einzige Foto ihres Babys, hüten, hat meine Seele berührt. Die in wundervollem Schreibstil erzählte Geschichte stellt nach Aussage der Autorin ein Projekt dar, das aus Liebe entstanden ist. Cathy LaGrow, die Enkelin von Minka, ist sehr detailliert auf die Lebensgeschichten aller Betroffenen eingegangen. Zwar konzentrierte sie sich in erster Linie auf das Leben der Großmutter, vermittelte ihren Lesern aber auch eine Fülle von Informationen über Minkas Eltern, Geschwister und Nachkommen. Auch Ruths (Betty Lees) Familie wird große Aufmerksamkeit zuteil. Auf diese Art und Weise wird man unweigerlich in diese Familiengeschichte mit einbezogen, die von großer Herzlichkeit, Liebe und tiefem Glauben erzählt. Cathy LaGrow erzählt die Fakten ohne Schuldzuweisungen, die Motive und Gedanken, das Abwägen für und wider eine Adoptionsfreigabe des Kindes werden sehr berührend dargestellt. Es ist lange her, seit mich eine Biografie dermaßen zu Tränen rührte, und ich kann Minkas und Ruths Geschichte wirklich jedem ans Herz legen.

Im Nachwort schreibt Cathy LaGrow: „Für uns alle ist es tröstlich zu sehen, wie die Menschen auf die Geschichte von Minka reagieren. Omas Geschichte bewegt viele Leser und ermutigt sie, zu leben, fleißig zu sein und zu vergebe. So kann eine einfach Person, die integer lebt, gerne gibt und Gott und die Menschen liebt, viele andere berühren.“


Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von LEXI / (Veröffentlicht am 24.07.2016)
Ein unwahrscheinlich schönes, berührendes und persönliches Buch
Minka, geb. 1912, wird im Sommer 1928 durch eine Vergewaltigung schwanger. Fern von der Heimat bringt sie ihre Tochter zur Welt und bleibt ein paar wenige Wochen im Haus der Barmherzigkeit. Da sie ihrer Tochter keine Zukunft bieten kann, trifft sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens: Sie gibt ihre Tochter zur Adoption frei! Sie kehrt nach Hause zurück, aber ihr Leben ist nicht mehr das gleiche, wie vorher. Fast achtzig Jahre bleibt ihr nichts als die Erinnerung sowie das einzig existierende Foto von ihrer Tochter. Eine wahre Geschichte – erzählt von Cathy LaGrow, unterstützt von Cindy Coloma.

Erster Eindruck: Das schwarz-weisse Cover gefällt mir sehr gut. Die Hände zeigen, dass diese gewohnt waren, hart zu arbeiten. In den Händen dann das kleine Foto mit dem Baby. Mir gefallen Titel sowie Farb- und Schriftwahl. Schön, dass es auch ein paar Seiten mit Fotos gibt.

Das Buch ist in drei grosse Teile gegliedert, und zwar: „Verlust“, „Sehnsucht“, „Vermächtnis“. Auf den ersten Seiten ist der Stammbaum der Familie DeYoung (lediger Name von Minka) abgebildet. Ich fand dies sehr hilfreich. Es beginnt mit grosser Freude und Aufregung, da nämlich ein Picknick am See stattfindet – endlich einmal aus dem gewohnten arbeitsreichen Alltag ausbrechen… Doch dann kommt es zu dem schlimmen Verbrechen, das Minkas Leben für immer verändert. Als sie dann ihre Tochter fernab der Heimat zur Adoption freigibt, bricht es ihr das Herz. Zu Hause muss alles weitergehen, wie vorher, doch nichts ist mehr, wie es war.

Jahre später kehrt doch ein wenig Glück in Minkas Leben zurück: Sie heiratet Roy und gründet mit ihm eine Familie. Aber die sonnigen Zeiten werden bald weniger und die schattigen nehmen zu: Roys Bruder begeht Suizid. Er war, ebenso wie Roy, im Krieg und davon traumatisiert. Roy trinkt immer mehr Alkohol und verändert sich negativ. Es kommt zur Trennung. Die Jahre vergehen, aber Minka denkt immer an ihre erstgeborene Tochter und fragt sich, was aus ihr geworden ist. Sie betet darum, dass es ihr gut ergangen ist.

„Irgendwann werden wir uns im Himmel begegnen, dann werde ich Ihnen danken. Ich werde Ihnen dafür danken, dass Sie mein Kind geliebt haben […].“ (Minka über die Adoptiveltern ihrer Tochter)

Es fiel mir nicht leicht, die richtigen Worte für dieses grossartige Buch zu finden, ohne zu viel über den Inhalt zu verraten. Nur wenn ich daran denke, kriege ich Gänsehaut. Das Buch geht im wahrsten Sinne unter die Haut… Und trotz aller Ausführlichkeit lässt sie einen nur erahnen, wie gross Minkas Verzweiflung über den Verlust ihres Kindes Betty Jane war. Minka, eine beeindruckende Frau, fest im Glauben und unwahrscheinlich geduldig. Sie zeigt mir, was Glaube, Hoffnung und Liebe wirklich bedeuten. Vielen Dank dafür!
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von peedee / (Veröffentlicht am 07.02.2016)
Geduld und beharrliches Gebet begleiten Minkas Leben
Möge auch unser Leben einmal Wert sein, erzählt zu werden (S. 360)

Minka hat es nicht leicht im Leben. Als kleines Kind verliert sie ihren Vater und muss mit Schwester und Bruder ein hartes Leben auf dem Bauernhof führen. Selbst die Kinder müssen arbeiten wie die Erwachsenen um zu überleben. Später leben sie bei ihrem Stiefvater Honus der eine Milchwirtschaft hat und auch hier müssen sie jeden Tag mitarbeiten, von früh bis spät. Umso mehr freut sich Minka auf den einen Sonntag im August 1928, als sie die Erlaubnis bekommt, mit den Mädchen ihres Nähkurses an den See zu fahren und den Tag einfach zu genießen. Doch dieser Tag wird ihr Leben für immer in eine andere Richtung führen. Als sie mit einer Freundin etwas abseits der anderen ist, treffen sie auf drei Männer, die sie vergewaltigen. Da Minka nicht aufgeklärt war, wusste sie garnicht, was hier geschah. Erst als ihre Mutter bemerkt, dass sie schwanger ist, bricht eine Welt für sie zusammen? Wie konnte das sein? Die Babys bringt doch der Storch! Nach einem Gespräch mit dem örtlichen Pfarrer verbringt Minka erst einige Monate bei einer Tante und dann kurz vor Geburt kommt sie ins „Haus der Barmherzigkeit“, ein Heim für ledige Mütter. Dort bringt sie Betty Jane zur Welt und kümmert sich 5 Wochen um sie. Es fällt ihr sehr schwer, aber sie gibt ihre Tochter zur Adoption frei, weil sie ein besseres Leben für ihr Kind will. Doch vergessen kann sie ihre Tochter nie. Jahrelang schreibt sie unzählige Briefe an ihre Tochter und betet beharrlich für sie. Auch als sie bereits eigene Kinder hat, vergisst sie nie ihre Erstgeborene. Am 77. Geburtstag von Betty Jane, die von ihren Adoptiveltern den Namen Ruth bekommen hat, betet Minka, inzwischen 94 Jahre alt, sie möchte noch einmal vor ihrem Tod ihre Tochter sehen. Und das Wunder geschieht – beide treffen sich nach fast 80 Jahren wieder und sind überglücklich, dass sie noch 8 gemeinsame Jahre verbringen dürfen und sich beide Familien plötzlich verdoppeln.

Was klingt wie ein kitschiger Roman, ist aber doch die wahre Geschichte von Minka Disbrow. Ihre Enkelin Kathy LaGrow hat sich viel Zeit genommen, jedes Detail an das Minka sich erinnerte zu einer Geschichte zusammenzusetzen, die es Wert ist, erzählt zu werden. Minka erlebt immer wieder Tiefen im Leben, doch weiß sie sich getragen von Gott. Immer wieder geht sie zu ihm und betet sehr viel. Es ist erstaunlich, aber bis ins hohe Alter von 87 Jahren arbeitet sie Vollzeit, obwohl sie längst in Rente ist. Das Widersehen von Mutter und Tochter macht nur etwa ein Drittel des Buches aus, der andere Teil besteht aus der Lebensgeschichte von Minka. Immer wieder kommen mir beim lesen die Tränen, so berührt bin ich – von dem Gottvertrauen von Minka, ihrer großen Geduld und Beharrlichkeit im Gebet. Nur selten hört man sie jammern, alles nimmt sie hin und beklagt sich nicht. Auch aus Ruths Leben erfahren wir ein bisschen, aber nicht so ausführlich. Trotzdem ist das Lesen dieses Buches wie ein Abtauchen in eine andere Welt – beinahe ein ganzes Jahrhundert durchlebt der Leser zusammen mit Minka.

Diese Geschichte wird mich noch lange begleiten, weil Minka ein echtes (Glaubens-) Vorbild ist. Als Mutter von zwei Kindern, habe ich richtig mitgelitten, als sie ihr Kind hergab und mich von Herzen gefreut, als sie ihre Tochter wieder in den Arm nehmen konnte. Wie schön, dass ihre Enkelin ihre Geschichte aufgeschrieben hat. Wer noch ein paar Bilder mehr entdecken will, kann bei Youtube einige Interviews mit Minka sehen, die sehr berührend sind.

Dieses Buch muss man einfach lesen und an viele weiterverschenken, um die Geschichte weiterzuverbreiten.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Simone / (Veröffentlicht am 30.01.2016)
Die Liebe einer Mutter
Minka wächst als Halbwaise in bescheidenen Verhältnissen auf und muss von klein auf hart arbeiten. Ein Ausflug an den See ist für sie das Highlight ihres Sommers - bis sie dort von einem fremden Mann vergewaltigt wird. Niemandem erzählt sie davon und hofft, dass "es" dadurch verschwindet. Doch einige Monate später entdeckt ihre Mutter ihr Geheimnis - Minka ist schwanger. In jener Zeit, kurz vor der Weltwirtschaftskrise, waren ledige Mütter stigmatisiert, erst recht, wenn sie so jung waren. Deshalb bekommt Minka ihr Kind weit weg von ihrer Heimat, im „Haus der Barmherzigkeit“. Von der ersten Minute an liebt sie ihre Tochter über alles und möchte sie auf keinen Fall wieder hergeben. Als sie sich schließlich doch zur Adoption durchringt, weil sie das Beste für ihr Kind möchte, ist sie todunglücklich. Es dauert sehr lange, bis sie den Verlust überwindet. Doch auch danach vergisst sie ihr Kind nie. Fast 20 Jahre lang schreibt sie Briefe an das Heim für ledige Mütter, immer in der Hoffnung, etwas über ihre Tochter zu erfahren. Doch das Einzige, was sie hat, ist das Foto, das auch auf dem Cover des Buchs zu sehen ist.
Mit dem Tod des Stiefvaters ändert sich die Lebenswelt von Minka und ihrer Familie. Sie lernt einen jungen Mann kennen, heiratet, bekommt Kinder, arbeitet und füllt Ehrenämter aus - doch nie erlischt die Liebe zu ihrer erstgeborenen Tochter. Sie betet täglich für sie, ohne auch nur das geringste Lebenszeichen von ihr zu haben. Ganz selten streut die Autorin (eine Enkelin von Minka) Parallelen ein - Zeiten und Orte, an denen Mutter und Tochter sich nahe waren, ohne es zu wissen. Schließlich betet Minka mit 94 Jahren ein besonderes Gebet: Einmal nur möchte sie ihre Tochter noch sehen.
Der zweite Teil des Buchs beginnt mit einem Bericht über das Leben von Minkas Tochter. Sie hatte ein Leben, wie ihre Mutter es sich erträumt hatte, mit liebevollen Eltern, einer guten Ausbildung, sie einem guten Mann und lieben Kindern - und sie stellte sich nie die Frage nach ihrer leiblichen Mutter. Doch als sie selbst schon Großmutter war, änderte sich das. Und Minkas Wunder geschah ...
Cathy LaGrow hat viel recherchiert und ihre Großmutter genauestens befragt, um das Buch so authentisch wie möglich zu schreiben. Trotzdem liest es sich nie wie ein trockener Tatsachenbericht, sondern bleibt immer gefühlvoll. Natürlich sind Beginn und Ende des Buchs am bewegendsten, dazwischen lebt Minka ein normales Leben, mit Höhen und Tiefen, auch einigen schrecklichen Erlebnissen, aber nichts, was normalerweise Bücher füllt. Trotzdem fiebert man mit und möchte gerne wissen, wie es dazu kommt, dass Mutter und Tochter sich doch noch treffen. Wer vorab die Bilder in der Mitte des Buchs betrachtet, kann die Neugier schon teilweise stillen.
Minkas Liebe zu ihrem Kind, die so stark ist, dass sie fast 80 Jahre lang für es betet, ohne ein Lebenszeichen zu erhalten, ist der Grund für dieses Buch. Es zeigt, das Heilung nach einem Missbrauch möglich ist, und dass man nie die Hoffnung aufgeben sollte. Minkas Gebet und ihre Liebe hatten eine sichtbare Wirkung im Leben ihrer Tochter, auch ohne dass diese davon wusste. Minka ermutigt uns, weiterzubeten und weiterzulieben, auch wenn keinerlei Veränderung in Sicht ist.
Eine atemberaubende Geschichte, deren Ende - von dem hier nur der Anfang verraten wurde - einfach nur verblüfft.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von ckleseratte / (Veröffentlicht am 18.01.2016)

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Beschreibung

Details

Es ist fast achtzig Jahre her, seit sie ihre Tochter in fremde Hände geben musste. Geblieben war Minka all die Jahre nur ein einziges Foto. Muss sie nun endgültig die Hoffnung auf ein Lebenszeichen begraben?

Alles beginnt im Sommer 1928, als die 16-jährige Minka mit anderen Mädchen einen Ausflug ins Grüne unternimmt. Für ein paar Stunden kann sie der schweren Arbeit auf dem elterlichen Hof entkommen. Doch was dann geschieht, verändert ihr ganzes Leben. Unbemerkt von der Gruppe vergeht sich ein fremder Mann an ihr. Ein paar Monate später stellt sich heraus, dass sie schwanger ist. Da sie dem Baby keine Zukunft bieten kann, gibt sie es schweren Herzens zur Adoption frei. Allerdings vergeht kaum ein Tag, an dem Minka nicht in Gedanken bei ihrer Tochter ist. Ob es ihr gut geht? Und ob es jemals zu einem Wiedersehen kommt?

Diese wahre Geschichte erzählt von festem Glauben, befreiender Vergebung und der Liebe einer Mutter, die über viele Jahrzehnte nicht an Kraft verliert.

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