Liebe statt Furcht

Liebe statt Furcht
Muslimin. Atheistin. Pastorin. Mein langer Weg in die Freiheit.
Als junges Mädchen gerät Flor, Tochter einer kurdischen Sunnitin und eines persischen Schiiten, nach einer privilegierten Kindheit im Iran in die Wirren der Islamischen Revolution. Sie verliert ihre gesellschaftliche Stellung, ihre Freiheit und ihren muslimischen Glauben u. flüchtet sich in eine unglückliche Ehe. Voller Verzweiflung will sie ihrem Leben ein Ende setzen. Doch Gott hat andere Pläne. Am Tiefpunkt ihres Lebens begegnet Flor Jesus. Diese Begegnung verändert alles.
Bestellnummer: 817193
EAN: 9783957341938
Produktart: Buch
Veröffentlichungsdatum: 01/2017
Format: 13,5 x 21,5 cm
Einbandart: Klappenbroschur
Seitenzahl: 256
Verlag: Gerth Medien
Autor/Interpret: Flor Namdar
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Gottes Wege sind nicht unsere Wege. Wir tun gut daran, ihm zu vertrauen.
Flor Namdar präsentiert mit „Liebe statt Furcht“ einen beeindruckenden Lebensbericht und erzählt darin ihre eigene Geschichte. Sie berichtete von ihrer behüteten und schönen Kindheit im Iran und der bevorzugten Stellung ihrer Familie in der Gesellschaft, die sie dem Offiziersrang ihres vielseitig gebildeten Vaters zu verdanken hatte. Ihre unkonventionelle, selbstbewusste Mutter, eine intelligente und weltoffene Frau, lebte ihr von Kindheit an Nächstenliebe vor und prägte Flor nachhaltig. Das Leben im Iran wird aus der Sicht einer Frau geschildert, die aufgrund des Berufes ihres Vaters ein Nomadendasein führen musste und sich letztendlich nirgendwo wirklich zuhause fühlte.

Man erfährt in dieser Autobiografie jedoch nicht nur Details über Flors Familienleben, die Autorin gewährt zudem detaillierte Einblicke in den Überlebenskampf in einem von Revolution, Bürgerkrieg und Partisanenkämpfen gebeutelten Land. Sie legt auch Gewicht auf die politischen Hintergründe und geht schließlich auf die gesellschaftlichen Strukturen und die Bedeutung der Religion bzw. der Macht der Religionspolizei im Iran ein.

Flor Namdars Geschichte mag aus der Sicht eines unbeteiligten Dritten wie ein abenteuerlicher Spannungsroman erscheinen. Die an manchen Stellen beinahe sprachlos machenden Berichte über die schweren Zeiten, die sie durchleben musste, sprechen jedoch eine eigene Sprache. Flors Erinnerungen an Zeiten der Isolation, Einsamkeit, körperlicher Gewalt und der stete Bedrohung durch die Religionspolizei, verbunden mit permanenter Missachtung der Menschenrechte, machen dem Leser sehr rasch bewusst, wie viel Kraft es der jungen Frau gekostet haben muss, immer wieder aufzustehen und weiter zu machen. Als letztendlich der acht Jahre währende Krieg gegen den Irak ausbrach, begann eine dunkle Zeit für die Familie. Flor suchte Halt in der Religion, fand aber ihren eigenen Worten zufolge kaum Trost darin. Sie lebte mit ihren Eltern und Geschwistern jahrelang in einer Flüchtlingsunterkunft, war eine Frau ohne Ausbildung und ohne Arbeit, die keine Perspektive und kaum Hoffnung hatte. Erst als sie sich für das Christentum zu interessieren begann und zum christlichen Glauben konvertierte, veränderte sich alles für Flor. Ihre Entscheidung war ein mutiger Schritt, der innerhalb der Familie Verachtung, Hass und Bedrohungen auslöste und letztendlich sogar dazu führte, dass ihr Vater sich von ihr lossagte. „Der Islam ist die einzig wahre Religion. Mehr brauchst du nicht zu verstehen!“ Ein Muslim, der Christ wird, fällt vom wahren Glauben ab. Er verrät den Islam und darauf steht die Todesstrafe.

Dennoch ging Flor Namdar unbeirrt ihren Weg, der sie bis nach Deutschland führte, wo sie als Missionarin mit Migranten arbeitete, ihr Theologiestudium absolvierte, als evangelische Pastorin eine persisch-sprachige Gemeinde gründete. Ihr Ziel ist es, „Hilfestellung zu geben, um geistlich Heimatlosen eine Heimat zu bieten und Gott dort zu dienen, wo er sie braucht.“

Die Umschlaginnenseite dieses Buches enthält ein Zitat der Autorin, das Flor Namdars Lebenseinstellung sehr schön zum Ausdruck bringt. Sie schreibt: „Wir alle sind Fremde. Niemand von uns kann sagen: Hier ist mein Zuhause. Denn unsere wahre Heimat ist nicht diese Erde, sondern der Ort, an dem wir ohne alles Trennende auf immer mit Gott, unserem Vater, verbunden sind. Unsere Aufgabe besteht deshalb darin, so zu leben, dass unsere eigentliche Heimat Stück für Stück sichtbarer wird – wo auch immer wir sind.“

Fazit: „Liebe statt Furcht“ war ein interessantes und höchst informatives Buch, ein an manchen Stellen regelrecht überwältigender Schicksalsbericht, der die Lebensumstände in einem vom Krieg gebeutelten Land sehr deutlich vor Augen führt. Beeindruckend!



Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von LEXI / (Veröffentlicht am 13.05.2017)
Ein außergewöhnlicher Weg
Wenn Flor Nandar heute als Pastorin in ihrer persischen Gemeinde anderen ehemaligen Muslimen Tipps gibt, wie man sich in Deutschland integrieren kann ohne seine eigene Herkunft zu vergessen, dann kann sie das nur, weil sie selbst einen langen Weg hinter sich hat. Geboren im Iran, der Vater ein persischer Schiit und die Mutter eine kurdische Sunnitin, hatte sie eine unbeschwerte, behütete Kindheit. Ihr Vater ist ihr Held, doch sie müssen aufgrund seiner militärischen Laufbahn alle zwei Jahre umziehen und immer wieder ist sie fremd. Als sie in die Wirren der Islamischen Revolution gerät, verliert die Familie ihre gesellschaftliche Stellung und muss flüchten. In dieser Zeit verliert Flor ihren Glauben an Allah und wird Atheist. Um der deprimierenden Situation der beengten Flüchtlingsunterkunft zu entgehen und aus einer gefährlichen Situation zu flüchten, heiratet sie und führt eine unglückliche Ehe und will ihrem Leben ein Ende setzen. Doch dann begegnet ihr Jesus und ihr Leben bekommt einen neuen Sinn. Wie sie dann den Weg nach Deutschland findet, das berichtet sie in dem Buch.

Ich muss zugeben, in den ersten Kapiteln denkt man, man hat sich in ein Geschichtsbuch verirrt. Doch um die ganzen Zusammenhänge besser zu verstehen, sind diese politischen und geschichtlichen Exkurse sehr wichtig. Sehr detailiert beschreibt sie, wie sie in der Islamischen Revolution die Veränderungen und die Bombardierungen erlebte. Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die genauen Beschreibungen, wie ein Flüchtling es erlebt, wenn er plötzlich in dem so freizügigen Deutschland lebt und warum es so wichtig ist, dass sie Kontakt mit ihren eigenen Landsleuten bekommen um sich besser zu integrieren. Erstaunt war ich auch über das Wirken von Jesus unter den Flüchtlingen. So beschreibt sie eine Situation, als ein Flüchtling zu ihr kam und sich taufen lassen wollte, weil er als Christ bessere Chancen auf Asyl hätte. Da gab sie ihm eine Bibel und sagte, wenn er die liest, würde er alle Antworten bekommen, die ihm gestellt würden von der Behörde. Und was war? Nur allein durch den Austausch mit Flor und dem Lesen der Bibel, wurde er Christ. Wie wunderbar. Gott wirkt auch heute noch und das viel mehr als wir ahnen.

Die Autorin schreibt sehr ehrlich und erzählt auch von ihrem Selbstmordversuch und ihren Niederlagen. Sehr angetan war ich von ihrer Mutter, die immer sehr resolut auftritt und das in einer Welt in der eigentlich Männer das Sagen haben. So musste ich sehr schmunzeln, als die Mutter das erste Mal kochen musste, nachdem es keine Diener mehr gab und das Essen ganz furchtbar schmeckte.

Ein wirklich sehr interessantes Buch, welches Einblick gibt in die iranische Kultur und auch ein bisschen Geschichtswissen vermittelt um vieles besser zu verstehen. Meine absolute Leseempfehlung!
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Simone / (Veröffentlicht am 17.02.2017)
Fesselnd
Flor ist eine starke Frau, die trotz allen Unheil, dass sie erlebt hat fest im Leben steht und auf Jesus Liebe vertraut. Dieses Buch hat mich stark berührt, da es zum einen den Leser in eine Welt entführt die für uns kaum vorstellbar ist. Man begleitet die Autorin auf ihrem Lebensweg von der behüteten Kindheit im Iran, durch viele dunkle Jahre als Kriegsflüchtling bis in ihr heutiges Leben als Pastorin einer persischen Gemeinde in Deutschland. Dabei erfährt man als Leser viele Fakten der Geschichte des Irans und Hintergrundwissen über den Islam. So manche Passagen lassen sich schwer lesen, denn man möchte das Unrecht gar nicht glauben. Auf Grund des lebhaften Schreibstils war ich die ganze Zeit in der Geschichte gefangen und habe mit der Autorin mitgelitten.
Theoretisch mag ich Chliffhanger nicht, aber hier war es am Anfang des Buches ein geschichkter Schachzug die Spannung beim Leser zu steigern. Ich konnte mir die dunkelsten Momente in Flors Leben genau so gut vorstellen wie die Lichtblicke und war jedesmal erstaunt, wie Gott in ihr Leben eingegriffen hat. Flor´s Eltern gehören unterschiedlichen Konfessionen des Islams an, so fühlt sie schon als kleines Kind eine gewisse Zerrissenheit, obwohl das Thema nie in der Familie debattiert wird, doch egal in welchem Gebiet sie ist, sie gehört nicht dazu. Dadurch zieht sie sich immer weiter zurück und versucht ihr Glück im islamischen Glauben zu finden. Interessant fand ich zu lesen, wie enttäuscht sie war, dass sie keine Antworten auf ihre Fragen bekommt und sie den Islam als kalt und starr empfunden hat. Umso mehr freut es mich als Leser zu erfahren wie sie nach ihren Lebenstiefs zum christlichen Glauben gekommen ist. Ich fand die Geschichte wunderbar beschrieben, sie macht Mut an Jesus zu glauben und zeigt seine große Macht.
Alles in allem ein starkes Buch, dass mir einige Denkweisen der islamischen Welt näher gebracht hat. Teilweise ist es erschreckend und grausam zu lesen, welches Schicksal Flor erleben musste. Die Autorin schafft es aber trotzdem aufmunternde Worte der Liebe und Versöhnung zu finden so dass mich das Buch mit neuem Mut zurück lässt.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Jana / (Veröffentlicht am 14.02.2017)
Packend geschriebene Biographie einer beeindruckenden Frau aus dem Iran, die zum Christentum findet
Gott geht selten einen geraden Weg

Cover und Gestaltung:
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Da die Autorin nun unter falschem Namen in Deutschland lebt, passt es gut, dass sie mit dem Rücken zum Betrachter steht. Hinzukommt, dass sie auf das Kreuz blickt und somit ihre Hingabe zum neuen Glauben symbolisiert wird. Durch die Klappenbroschur vorne und hinten wirkt es für ein Taschenbuch sehr stabil und liegt gut in der Hand.

Inhalt:
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Flor Namdar wurde 1964 im Iran geboren als Tochter einer kurdischen Sunnitin und eines persischen Schiiten. Sie lebt heute unter falschem Namen als Pastorin der einzigen persischsprachigen christlichen Gemeinde in Deutschland. Ihr Weg von der Muslimin zur Christin war kein Leichter. Als eins von 9 Kindern eines hohen Offiziers des Schahs verlebt sie zunächst eine sorglose Kindheit, in der es materiell an nichts fehlt. Doch als der Schah nach Rückkehr des Ajatollah Chomeini aus dem Exil im Jahre 1978 seine Macht verliert, wendet sich das Blatt. Plötzlich muss Flor samt Familie um ihr Leben fürchten. Schließlich müssen sie fliehen. Flor erlebt viele schreckliche Dinge und gerät in eine unglückliche Ehe. Als ihr alles zuviel wird, verübt sie einen Selbstmordversuch, der zum Glück misslingt. Sie begegnet Jesus, der ihr wieder Sinn in ihrem Leben gibt. Doch Christsein im Iran ist nicht ungefährlich, und nachdem sie auch noch um das Sorgerecht ihrer Tochter kämpfen muss, flieht sie nach Deutschland. Auch hier ist der Weg zunächst ein steiniger.

Mein Eindruck:
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"Was also ist meine Vision? Ich will helfen, den geistlich Heimatlosen eine Heimat zu bieten, und Gott da dienen, wo er mich braucht. Und ich will nie aufhören, nach seinem Weg zu fragen." (S. 249)

Flor Namdars Geschichte liest sich wie ein Abenteuer, der Stil ist flüssig und die Handlung packend erzählt. Sie beginnt mit ihrem Suizidversuch, dessen konkreter Ausgang erst mal offen gelassen wird, bevor es mit ihrer Kindheit weitergeht. Durch diesen Cliffhanger wird Spannung aufgebaut. Dadurch, dass man die historischen Ereignisse durch die Augen der Autorin hautnah miterlebt, bekommt man ein gutes Bild von den Geschehnissen und wie sie sich bei der Bevölkerung unmittelbar ausgewirkt haben. Einzelheiten und Erklärungen zu iranischen Sitten und uns fremden Begriffen werden in die Handlung geschickt eingeflochten und in Fußnoten auf der Seite erläutert. So wird lästiges hin und her blättern erspart. Ich habe viel dabei gelernt.
Dass, was Flor erlebt, kann man kaum begreifen. Die unfassbaren Misshandlungen und Tötungen, die sie und ihre Familie mitbekommt, mag man sich hierzulande nicht vorstellen. Ich hatte häufiger Tränen in den Augen, als mir klar wurde, dass das alles wirklich passiert ist. Hierzulande hat man keine Vorstellung davon, was es heißt, zu seiner Meinung und zu seinem Glauben stehen zu dürfen, ohne dass man um sein Leben fürchten muss. Durch dieses Buch wird einem wieder einmal deutlich, wie dankbar man dafür sein muss. Auch wenn ich wusste, dass es gut ausgeht, habe ich mitgefiebert und mehr als einmal habe ich auch tiefe Bewunderung für die Mutter empfunden, die eine starke und mutige Persönlichkeit war. Auch wenn die Autorin als Kind die Hilfsbereitschaft ihrer Mutter zuweilen als nervig empfindet (wer möchte schon morgens wildfremde Leute im Badezimmer), so sagt auch sie deutlich, dass diese bedingungslose Hilfsbereitschaft sie letztendlich stark geprägt hat, auch im Hinblick auf ihr Leben als Christin. Und unsereins kann und sollte sich eine Scheibe davon abschneiden!
Der Weg, auf dem die Autorin letztendlich zum christlichen Glauben findet, ist ungewöhnlich, aber erstaunlich zielstrebig verfolgt sie ihn und nimmt mit ihrer Begeisterung sogar einen Teil ihrer Familie mit.

Während etwa in den ersten beiden Dritteln des Buches Flors Geschichte größtenteils chronologisch nachvollziehbar geschildert wird, geht es im letzten Drittel vermehrt um ihre Arbeit in Deutschland und ihr neues Gemeindeleben. In diesem Teil war es für mich teilweise schwierig, die Ereignisse auf der Zeitschiene einzuordnen und auch was aus ihrer restlichen Familie und ihrer Tochter wird, ist mir etwas zu viel in den Hintergrund gerückt dabei. Dafür erfährt man hier sehr interessante Dinge zu den Schicksalen einzelner Gemeindemitglieder und bekommt dabei auch ein besseres Gespür für die Flüchtlinge, die aus verschiedenen, muslimisch geprägten Ländern zu uns finden.
So kann ich dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen. Man erfährt viel über das Leben im Iran, den muslimischen Glauben und die Geschichte dieses Landes vor dem Hintergrund einer packend geschriebenen Biographie einer beeindruckenden Frau.

Fazit:
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Packend geschriebene Biographie einer beeindruckenden Frau aus dem Iran, die zum Christentum findet
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von orfe1975 / (Veröffentlicht am 07.02.2017)
Beeindruckender Bericht einer Realität, die wir uns schwer vorstellen können
Als Tochter einer kurdischen Sunnitin und eines persischen Schiiten geboren, verbringt Flor Namdar einen Großteil ihrer Kindheit wohlbehütet im Iran. Als ehemaliger Offizier erhält ihr Vater viele Vergünstigungen, die die Familie vor vielen Sorgen bewahrt. Durch die Islamische Revolution verliert die Familie ihre gesellschaftliche Stellungen. Immer wieder gerät auch Flor in lebensgefährliche Situationen und hofft durch eine Ehe dieser Situation zu entkommen, aber sie wird nur noch unglücklicher in der arrangierten Ehe. Als sie ihrem Leben ein Ende setzen will, wird sie in letzter Minute gerettet. Sie lernt Jesus kennen und das verändert ihr Leben.

Ich durfte diese beeindruckende Biographie vorab lesen. Das Leben von Flor liest sich in der Tat wie ein Abenteuerroman. Allerdings von der Sorte, den man lieber nicht erleben möchte. Sehr interessant fand ich die politischen Zusammenhänge im Iran. Jetzt verstehe ich schon ein wenig mehr, wie es zu den jetzigen Zuständen gekommen ist. Auch kann man in diesem Buch einen Einblick in den Ablauf von arrangierten Ehen erhalten. Das ist kein Spaß und in der Regel für die Frauen eine Situation, die sehr traurig ist. Als Frau hat man so gut wie keine Chance, dem System dort zu entkommen.

Flor hatte Glück und lebt nun in Deutschland als Pastorin. In ihrem Buch erfährt man , wie sie Jesus kennenlernte und wie das ihr Leben verändert hat. Flor , so mein Eindruck, schätzt die Bibel mehr als mancher von uns. Hier in Europa kann man lesen, wann man möchte. Dort bedeutet der Besitz einer Bibel Gefahr. Flors Schicksal lässt uns auch ein wenig erahnen, wie es manchem Flüchtling geht, der unter Lebensgefahr auf der Flucht ist. Es gibt einige Menschen, deren Leben in ihrem Heimatland ernsthaft in Gefahr ist und die sich schweren Herzens entschließen, ihre Heimat zu verlassen, um ihr Leben in der Fremde zu retten. Dieses Buch lässt ein wenig erahnen, wie es diesen Menschen geht.

Ich kann nur empfehlen, dieses Buch zu lesen, weil es einen Einblick in ein Geschehen gibt, wie es gerade oft in dieser Welt passiert und den Menschen hierzulände täte es gut, mal daran zu denken und diese Menschen nicht zu vergessen.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von Maria / (Veröffentlicht am 19.01.2017)
Ein langer Weg
Flor wächst als Muslima in einer wohlhabenden Familie im Iran auf. Ihr Vater ist Offizier, daher stehen der Familie einige Bedienstete zu. Leider müssen sie auch oft umziehen, sodass Flor nur schwer Freunde findet.
Die Konflikte zwischen Kurden und anderen Persern, Sunniten und Schiiten ziehen sich durch Flors Familie, da ihre Eltern zu unterschiedlichen Völkern und Glaubensansichten gehören. Als Kind erlebt sich Flor als nie zugehörig und wird angefeindet - bei den Kurden ist sie Perserin, bei den Persern Kurdin. Später gibt sie ihren Glauben an Allah auf und wird Atheistin.
Durch die politischen Umwälzungen im Land verliert Flors Vater seine Arbeit, das Leben der Familie gerät in Gefahr und sie müssen fliehen. In der Flüchtlingsunterkunft erhält Flor ihren ersten Heiratsantrag. Der Teenager lehnt ab und zieht dadurch den Hass der Familie ihres Werbers auf sich. Um dieser Situation zu entfliehen, heiratet sie einen anderen Mann, doch sie ist in der Ehe so unglücklich, dass sie zu ihren Eltern zurückkehrt und sich scheiden lässt. Alleinstehend und mit einem Kind fällt sie in schwere Depressionen und will schließlich ihrem Leben ein Ende setzen. Doch dann entdeckt sie in der Bibel einen Glauben, der ihr neuen Lebensmut gibt. Sie wird Christin - im Iran verboten - und arbeitet sogar für eine Bibelgesellschaft. Schließlich wird sie Missionarin in Deutschland und arbeitet als Pastorin unter Kurden und Iranern.
Flors Leben ist beeindruckend. Das Buch wurde unter einem Pseudonym veröffentlicht und es fehlen einige persönliche Daten. So war ich an einer Stelle sehr verwundert, dass plötzlich 15 Jahre vergangen waren. Der Schreibstil ist einfach, sicherlich auch bewusst einfach. Doch Flors Geschichte ist so interessant und führt auf so vielen krummen Wegen zum Ziel, dass das nach den ersten Seiten nicht mehr stört.
Das Buch vermittelt sehr viel von Flors Kultur und zeigt auch, wie wichtig es ist, im Kontakt mit Flüchtlingen einige Grundregeln zu beachten - zum Beispiel, dass der Anblick nackter Fußsohlen für die Orientalen eine Beleidigung ist.
"Liebe statt Furcht" ist die Geschichte einer starken Frau, die beinahe an ihrem Schicksal zerbrochen wäre. Ihr Weg zu und mit Gott ist außergewöhnlich. Gleichzeitig ist das Buch sehr lesenswert für alle, die unter persischen oder kurdischen Flüchtlingen und Migranten arbeiten.
Gesamtmeinung:
Kundenmeinung von ckleseratte / (Veröffentlicht am 16.01.2017)

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Beschreibung

Details

Als Tochter einer kurdischen Sunnitin und eines persischen Schiiten geboren, verbringt Flor Namdar eine unbeschwerte, privilegierte Kindheit in ihrer Heimat Iran. Doch als junges Mädchen gerät sie in die Wirren der Islamischen Revolution. Sie verliert ihre gesellschaftliche Stellung, ihre Freiheit und schließlich ihren muslimischen Glauben. Um einer lebensgefährlichen Situation zu entkommen, flüchtet sie sich in eine unglückliche Ehe. In tiefer Verzweiflung beschließt sie, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch Gott hat andere Pläne. Am Tiefpunkt ihres Lebens begegnet Flor Jesus. Und diese Begegnung verändert alles.

 

Fremd im eigenen Land

Flor Namdar stammt aus dem Iran. Als sie zum christlichen Glauben konvertiert, muss sie in den Untergrund gehen. Als Missionarin und Übersetzerin gelangt sie nach Deutschland, studiert Theologie und gründet als evangelische Pastorin eine persischsprachige Gemeinde. Jetzt erzählt sie ihre Geschichte.


Liebe Flor, du berichtest ziemlich eindrücklich von deiner Kindheit und Jugend im Iran. Beim Lesen geht es einem, als würde man durch ein Schlüsselloch in eine fremde Welt blicken. Schönes hat darin genauso seinen Platz wie Schweres. Was hat dich am meisten geprägt?

Im Nachhinein würde ich sagen, dass mich zwei Dinge besonders geprägt haben: im negativen Sinne die Erfahrung, im eigenen Heimatland unablässig wie eine Fremde behandelt zu werden und mich nie zu Hause zu fühlen. Und im positiven Sinne die von Selbstlosigkeit, Mut und Hilfsbereitschaft geprägte Lebenshaltung meiner Mutter.

Auf sehr eindrückliche Weise beschreibst du deinen Weg von einer gläubigen Muslimin zu einer Frau, die nicht mehr glauben konnte. Bis Jesus in dein Leben trat. Hast du damals geahnt, dass das weitreichende Konsequenzen haben würde?

Als Muslimin und selbst als Atheistin hatte ich nie aufgehört, tief in meinem Herzen die Liebe und den Frieden eines liebevollen Vaters im Himmel zu suchen. Als ich Christ wurde, fand ich bei Jesus, wonach ich mich immer gesehnt hatte. Diese Erfahrung war so tief, dass es mir in diesem Moment egal war, ob ich dafür ins Gefängnis komme oder sogar hingerichtet werde. Denn Jesus sagte ja: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle“ (Matthäus 10,28). Wer als Muslim im Iran konvertiert, weiß, dass dies weitreichende Konsequenzen hat, aber dass ich einmal als Pastorin in Deutschland arbeiten würde, ahnte ich natürlich nicht.

Der Iran hat nicht gerade den Ruf, ein Land zu sein, in dem Religionsfreiheit herrscht. Hat sich seit der Zeit – als du das Land verlassen hast – bis heute etwas für die Christen geändert?

Nein. Es gibt weiterhin keine Freiheit für die Konvertierten. Wer als Muslim zu Jesus findet, wird entweder von den eigenen Verwandten und seinem sozialen Umfeld bedroht – oder von der Regierung.  
 
Du bist 1994 mit deiner Tochter nach Deutschland gekommen, um hier eine Stelle anzunehmen. War dir da klar, dass du nie wieder in dein Heimatland zurückkehren kannst?

Nein, das wurde mir erst klar, als ich bemerkte, dass der Stempel in meinen Pass mich explizit als Missionarin auswies.  

Was hat dich am meisten an Deutschland irritiert?

Ein paar Beispiele erwähne ich in meinem Buch. Aber am meisten irritierte mich die direkte Art der Deutschen, weil ich aus einem Kulturkreis komme, wo wir sehr indirekt sind und meistens durch die Blume sprechen.
 
Und was war eine positive Überraschung?

Die Glaubensfreiheit. Dass die Würde der Menschen unantastbar ist. Und dass man seine Meinung ohne Angst sagen darf, auch gegenüber Politikern und der Regierung.

„Flor Namdar“ ist nicht dein richtiger Name, dieser muss geheim bleiben. Liegt das daran, dass du persönlich in Deutschland bedroht wirst –  oder dient dies eher zum Schutz der Mitglieder deiner Gemeinde?

Beides trifft zu. Denn meine Mitglieder und ich werden als Konvertierte auch in Europa verfolgt und befinden uns in Gefahr.


„Wir alle sind Fremde. Niemand von uns kann sagen: Hier ist mein Zuhause. Denn unsere wahre Heimat ist nicht diese Erde, sondern der Ort, an dem wir ohne alles Trennende auf immer mit Gott, unserem Vater verbunden sind. Unsere Aufgabe besteht deshalb darin, so zu leben, dass unsere eigentliche Heimat Stück für Stück sichtbarer wird – wo auch immer wir sind.“

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